Ev.-luth. Militärkirchengemeinde St. Stephanus - Munster
Soldatensonderrüstzeit in den Dolomiten „Steinerne Zeugen mahnen zur Versöhnung und zum Frieden”, so lautete das Thema der Soldatensonderrüstzeit des Evangelischen Militärpfarramts Munster III die vom 03.09. - 09.09.17 in Arabba (Dolomiten, Italien) durchgeführt wurde. Die Reihe der Sonderrüstzeiten für Soldaten, die seit 2014 zum Thema „100 Jahre Erster Weltkrieg” durchgeführt wird, wurde damit fortgesetzt. Fast 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg und über 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Wiederaufbau die alten Wunden verdeckt. Aber es gibt auch in der gewaltigen Bergwelt der Dolomiten, Spuren und Orte der Erinnerungen, die uns heute mahnen sollen. Die Rüstzeitgruppe – bestehend aus 30 Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeitern des WIS – fuhr unter Leitung von Militärpfarrer Dr. Reller und seinem Pfarrhelfer Christian Sell in die Dolomiten nach Arabba in Italien. Arabba ist ein im Alpengebiet der Dolomiten auf 1.602 Höhenmetern gelegener Ortsteil der Gemeinde Livinallongo del Col di Lana in der Provinz Belluno. Das Programm der Rüstzeit sah mehrere Veranstaltungen vor. So wurde u.a. die Ruine der österreichischen Feste „La Corte” und eine Straßensperre bei Ruaz besichtigt. An der Kriegsgräberstätte in Pordoi, auf 2.239 m Höhe gelegen, sieht der Besucher nur wenige Kilometer entfernt die Kuppe des Col di Lana und  dahinter das ehemalige Frontgebiet der Ampezaner Dolomiten. Hier ruhen 8.582 österreichische und deutsche Tote des Ersten Weltkrieges. Im  Rahmen einer Andacht wurde ein Kranz der Evangelischen Militärseelsorge Munster niedergelegt. Ein heiß umkämpfter Berggipfel, der kleine Lagazuoi (2.778 m), an der sich österreichische und italienische Soldaten einen erbarmungslosen Stellungskrieg lieferten, gab einen Eindruck, unter welchen schwierigen Bedingungen gekämpft wurde. Besondere Gefahren drohten den Soldaten beider Seiten auch durch Lawinen und Felsstürze. An manchen Frontabschnitten kamen dadurch mehr Soldaten ums Leben als durch feindlichen Beschuss. Feindliche Stellungen, zum Teil sogar ganze Berggipfel, wurden untergraben, unterminiert und gesprengt. Während der Rückfahrt nach Deutschland gab es ein Treffen mit Angehörigen der Evangelischen Militärseelsorge Österreichs. In Spittal an der Drau (Kärnten) begrüßten Militärdekan Mag. Michael Matiasek und sein Militärpfarradjunkt Vizeleutnant Walter Woschitz die Teilnehmer der Rüstzeit beim Jägerbataillon 26 in der Türk- Kaserne. Militärdekan Matiasek erklärte unter anderem, dass es im katholischen Österreich etwa vier Prozent evangelische Christen gibt, im Bundesland Kärnten sind es ca. zehn Prozent. Ein Mittagessen in der Truppenküche des Jägerbataillons 26 und eine Andacht zusammen mit den österreichischen Gastgebern, durchgeführt von Militärpfarrer Dr. Reller, beendete das Programm. „Hört die Mahnung und werdet weise und schlagt sie nicht in den Wind!“(Quelle: Altes Testament, Sprüche Salomons, Spr 8,33)Besonderer Dank sei allen gesagt, die für das Gelingen verantwortlich waren. Text: Heiko Müller Gedenkandacht mit Kranzniederlegung in Pordoi /Foto:  privat