Ev.-luth. Militärkirchengemeinde St. Stephanus - Munster
„Erzähl mal was!“ Früher fragte man weise Gelehrte, wenn man mit einem Problem nicht zurecht kam, eine Entscheidung zu treffen hatte, einen Rat benötigte. Gurus, Dorfälteste, Rabbiner – später dann Lehrer und Pfarrer standen da in der ersten Reihe. Vielfach sind heute Therapeuten, Sozialarbeiter und Seelsorger an ihre Stelle getreten. Wie in alten Zeiten greifen auch sie vielerorts auf die alte Tradition des Geschichten-Erzählens zurück: „Wo sind die Geschichten, wenn ich mein Buch zuklappe?“, fragt der 5-Jährige seinen Vater. „In deinem Kopf“, antwortet der. „Aber Max liest dasselbe Buch. Und der sagt, dass in seinem Schloss ein Drache wohnt. Bei mir wohnt da aber ein König.“ „Ja“, sagt der Vater, „ihr habt dasselbe Buch vor euch. Die Bilder der Geschichte aber sind in euren Köpfen. Und diese Bilder sind halt verschieden.“ So wandern Geschichten von Ohr zu Ohr, öffnen die Möglichkeit eigenen Verstehens und eigener Interpretation. So bringen sie Menschen zum Nachdenken und zu eigenen Lösungen ihrer Probleme. So wird in Beratungsgesprächen die Gefahr kleiner, dass aus – gut gemeinten – Ratschlägen Schläge werden. Rund um dieses Erzählen ging es kürzlich bei der Familien-Rüstzeit mit Angehörigen von Einsatz-Soldaten, die Munster II gemeinsam mit dem Familienbetreuungs-zentrum Lüneburg auf dem Koppelsberg in Plön erlebt hat. Dorothea Brand, MilPfr‘in