Ev.-luth. Militärkirchengemeinde St. Stephanus - Munster
Jochen Peter Döring
„Lieber Peter, Du hast Dich viel zu früh davon gemacht! Und dann auch so von jetzt auf gleich! Ja, wirst Du mir antworten, ich hätte gern auch noch länger gelebt, aber das bestimmen nun mal nicht wir selbst. Dass ich so plötzlich gegangen bin, tut mir für Annebärbel, die Kinder und Euch leid, aber für mich habe ich mir das so immer gewünscht! Und außerdem wisst Ihr ja: Wir sehen uns wieder! …“. So könnte mein Zwiegespräch mit Peter beginnen, denn diese Aussagen beschreiben Jochen Peter Döring ebenso wie die, dass er wusste, dass er jetzt beim Vater ist. Er war tief gläubig, davon überzeugt, dass der Tod nicht Ende, sondern der Beginn eines – wie auch immer gearteten – Neuen Lebens ist. Sein Glaube war fest, dabei nicht aufdringlich „missionierend“. Er bekannte sich klar zu Jesus, stand deutlich zu ihm. Zugleich stand er mitten im Leben: er regte sich über Unzuverlässigkeit und unnötige Plastikverpackung auf. Er war handfest und konnte zupacken. Er kochte gut und gern, kaufte ein. Fahrradfahren begeisterte ihn so sehr, dass er mit dem Rad die Rocky Mountains überquerte. Autos waren immer seine Leidenschaft, für die Formel 1 stand er nachts auf und verfolgte Runde um Runde. Ist der Magen gut durchfeuchtet, hei! wie wird der Geist erleuchtet!“ Das warf er einem Gegenüber mit seinem spitzbübischen Lächeln frohgemut zu, denn ihm saß der Schalk im Nacken. Ihm war Gemeinschaft und Freundschaft Herzensangelegenheit. Mit den Freunden aus seiner Pfadfinderjugend war er eng verbunden, bis in dieses Jahr. Er war Ehemann und Familienvater, allerdings auch Soldat. So verließ er, als die 4 Kinder noch klein waren, pünktlich zum Dienstschluss die Kaserne, weil er sich um seine Familie kümmern wollte. Sein Kommandeur sah das zwar mit Unverständnis, allerdings nicht, dass er eine volle Aktentasche mit nach Hause nahm, um die Arbeit zu erledigen, wenn die Kinder im Bett waren. Das musste der Vorgesetzte auch nicht bemerken, weil Nebensache: Um seine Person mochte Peter kein Aufhebens. Mit Leib und Seele war Peter Soldat, hat junge Menschen fürsorglich geführt, ausgebildet und, seinen Grundsätzen treu, erzogen. Bei einer Ausbildung mit scharfen Handgranaten hat er einen Soldaten durch uneigennütziges Handeln und Gefährdung der eigenen Person vor körperlichem Schaden bewahrt. Dafür wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Für die Gemeinschaft hat er sich immer eingesetzt: Für seine Familie, für seine Kirchengemeinde, für die Ökumene, für Munster. Immer mit dem Ziel, christliches Leben zu leben und zu fördern. Das trug er allerdings nicht laut trompetend mit Stander voran, sondern er lebte es! Peter wirkte nicht im Vordergrund, sondern still wie z.B. bei der Kirchenstiftung oder als Küstervertretung. …. weiterlesen Für St.Stephanus Christian Annuß