Unterwegs auf dem „Blutacker“ an der Somme
Ev.-luth. Militärkirchengemeinde St. Stephanus - Munster
Vom 15.-19.8.2016 machten sich 32 Soldaten und ehemalige Bundeswehrangehörige auf den Weg nach Albert an der Somme in Nordfrankreich. Anlass war die hundertjährige Wiederkehr der „Schlacht an der Somme“, die am 1.Juli 1916 begann – nach einer Woche Artillerievorbereitung, die Gräben und Dörfer in eine Trichterlandschaft verwandelt hatte. Nur für die Gesamtverluste (Gefangene, Tote, Vermisste, Verwundete und schwer Kriegsbeschädigte) liegen Schätzungen vor, auf der Seite Großbritanniens und Frankreichs etwa 1,1 Mio., auf deutscher Seite 450.000 Menschen. Angerührt waren wir, als wir am britischen Mahnmal für 72090 vermisste Soldaten in Thiepval, auf einem der deutschen Soldatenfriedhöfe in Rancourt (11422 Soldaten), bzw. dem französischen Friedhof dort (8566 Soldaten) je einen Kranz niederlegten. Oberstleutnant Eric Mandille von der „Vereinigung christlicher Soldaten in Frankreich“, der uns drei Tage begleitete, erzählte von einem Großonkel, der in der Nähe gefallen ist. Der Schmerz blieb in der Familie lebendig. Großartige Museen in Albert und Peronne verschafften Einsicht in die Hintergründe der Kämpfe aus französischer Sicht. Die Fahrt mit einer historischen Feldbahn half sich in die Herausforderungen von Logistik vor 100 Jahren hineinzuversetzen und die schöne hügelige Landschaft mit Fluß und Kanal noch einmal anders wahrzunehmen. Am Schluss stand ein Besuch in Amiens mit seiner hochgotischen Kathedrale, und natürlich kamen die Gemeinschaft und der Austausch an den Abenden nicht zu kurz: Eine gelungene Rüstzeit mit vielen Fassetten. Pastor Dr. Jobst Reller Foto: Herr Sell, Herr Nehmer
Zurück Zurück Zurück Zurück